Gefahrgutklassen einfach erklärt: Übersicht, Beispiele & Bedeutung für den Versand

Update Magazinartikel zur Gefahrgutkennzeichnung - Aktualisiert am 13.07.2026

Wir haben diesen Ratgeber für Sie aktualisiert und inhaltlich erweitert.

Lademeter-LKW Beladung

Die Übersicht der Gefahrgutklassen und Gefahrgutkennzeichnung wurde verständlicher aufbereitet, um typische Beispiele ergänzt und stärker auf die praktische Bedeutung für den Gefahrguttransport ausgerichtet.

Sie erfahren jetzt noch klarer, welche 9 Gefahrgutklassen es gibt, worin sich Gefahrgutklasse, UN-Nummer und Gefahrzettel unterscheiden und welche Angaben Versender vor einem Gefahrguttransport prüfen sollten.

Fehlt Ihnen noch etwas in unserem Artikel? Lassen Sie es unseren Autor Bastian Lütkemeyer wissen, er freut sich über Ihr Feedback per E-Mail unter service@cargoboard.com.

Vielen Dank im Voraus und viel Vergnügen beim Lesen!

Gefahrgutkennzeichnung - Definition und Notwendigkeit

Die Gefahrgutkennzeichnung ist besonders wichtig, denn Gefahrgut darf nicht einfach wie jede andere Ware transportiert werden. Je nachdem, welche Gefahr von einem Stoff oder Gegenstand ausgeht, gelten besondere Anforderungen an Verpackung, Kennzeichnung, Dokumentation und Transport. Genau dafür gibt es Gefahrgutklassen.

Je nach Gefahrgut müssen Versandstücke mit einem oder mehreren Gefahrzetteln, der passenden UN-Nummer und gegebenenfalls zusätzlichen Kennzeichen versehen werden. Beim Transport auf der Straße spielt außerdem die Gefahrgutkennzeichnung am LKW eine wichtige Rolle, zum Beispiel durch orangefarbene Warntafeln und plakatierte Gefahrzettel.

Die Gefahrgutklassen helfen dabei, gefährliche Güter eindeutig einzuordnen. Sie zeigen, ob ein Stoff zum Beispiel explosiv, entzündbar, giftig, ätzend, radioaktiv oder umweltgefährdend ist. Für Versender ist diese Einteilung besonders wichtig, denn sie entscheidet mit darüber, ob und wie eine Ware transportiert werden darf.

In diesem Ratgeber erklären wir die 9 Gefahrgutklassen einfach und verständlich, zeigen typische Beispiele und erklären, worauf Sie beim Versand von Gefahrgut achten sollten.

Was sind Gefahrgutklassen?

Gefahrgutklassen sind Kategorien für gefährliche Stoffe und Gegenstände. Sie beschreiben die Hauptgefahr, die von einer Ware beim Transport ausgeht.

Gefahrgut kann zum Beispiel:

  • explodieren,
  • brennen,
  • giftige Gase freisetzen,
  • ätzend wirken,
  • radioaktive Strahlung abgeben,
  • die Umwelt gefährden,
  • oder bei falscher Handhabung Menschen, Fahrzeuge, Gebäude oder andere Waren beschädigen.

Die Einteilung in Gefahrgutklassen ist deshalb ein zentraler Bestandteil des sicheren Gefahrguttransports. Sie wird unter anderem für die richtige Verpackung, Kennzeichnung, Dokumentation und Auswahl geeigneter Transportdienstleister benötigt.

Wie viele Gefahrgutklassen gibt es?

Es gibt insgesamt 9 Gefahrgutklassen. Einige dieser Klassen sind zusätzlich in Unterklassen unterteilt, weil sich die Art der Gefahr innerhalb einer Klasse unterscheiden kann.

Ein Beispiel: Klasse 4 umfasst entzündbare feste Stoffe, selbstentzündliche Stoffe und Stoffe, die bei Kontakt mit Wasser entzündbare Gase entwickeln. Diese Gefahren sind ähnlich, aber nicht identisch. Deshalb gibt es hier die Unterklassen 4.1, 4.2 und 4.3.

Gefahrgutklassen nach ADR: Warum die Einstufung so wichtig ist

Die Gefahrgutklassen sind ein zentraler Bestandteil der ADR-Vorschriften für den Transport gefährlicher Güter auf der Straße. Sie helfen dabei, die Hauptgefahr eines Stoffes oder Gegenstands eindeutig zu bestimmen und daraus die passenden Anforderungen für Verpackung, Kennzeichnung, Dokumentation und Beförderung abzuleiten.

Für Versender ist die richtige Einstufung besonders wichtig, weil sie Einfluss darauf hat, ob ein Gefahrguttransport möglich ist, welche Angaben im Sicherheitsdatenblatt stehen müssen und welche Gefahrzettel, UN-Nummern oder Zusatzkennzeichen erforderlich sind. Eine falsche Gefahrgutklasse kann dazu führen, dass eine Sendung nicht angenommen wird oder nicht regelkonform transportiert werden darf.

Wie viel Gefahrgut darf ich ohne ADR-Schein transportieren_Cargoboard

Gefahrgutklassen-Übersicht

Gefahrgutklasse Bedeutung Typische Beispiele
Klasse 1 Explosive Stoffe und Gegenstände Feuerwerk, Airbags, Zündstoffe
Klasse 2 Gase Sauerstoff, Butan, Aerosole
Klasse 3 Entzündbare flüssige Stoffe Benzin, Farben, Lacke, Lösungsmittel
Klasse 4.1 Entzündbare feste Stoffe Schwefel, Metallpulver, bestimmte Feststoffe
Klasse 4.2 Selbstentzündliche Stoffe bestimmte Kohlearten, Phosphor
Klasse 4.3 Stoffe, die mit Wasser entzündbare Gase bilden Calciumcarbid, Natrium
Klasse 5.1 Entzündend wirkende Stoffe Nitrate, Wasserstoffperoxid
Klasse 5.2 Organische Peroxide bestimmte Härter und Chemikalien
Klasse 6.1 Giftige Stoffe Pestizide, toxische Chemikalien
Klasse 6.2 Ansteckungsgefährliche Stoffe medizinische Proben, infektiöse Stoffe
Klasse 7 Radioaktive Stoffe medizinische Isotope, radioaktive Materialien
Klasse 8 Ätzende Stoffe Säuren, Laugen, Batterieflüssigkeit
Klasse 9 Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände Lithiumbatterien, umweltgefährdende Stoffe, magnetisierte Materialien

 

Wichtig: Häufig wird von den „9 Gefahrgutklassen“ gesprochen. Durch Unterklassen wie 4.1, 4.2, 4.3 oder 6.1 und 6.2 wirkt die Übersicht detaillierter. Die Grundsystematik besteht aber aus 9 Hauptklassen.

Die 9 Gefahrgutklassen im Detail

Gefahrgutklassen dienen der Kategorisierung von gefährlichen Materialien basierend auf ihren physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften. Diese Kategorisierung innerhalb der Gefahrgutkennzeichnung ist entscheidend für den sicheren Transport der Waren.

Die Gefahrenklassen werden wie folgt gekennzeichnet: Der Gefahrzettel enthält die Zahl der Gefahrgutklasse und das passende Sicherheitszeichen/Piktogramm.

Beispiel Gefahrzettel
Gefahrzettel Beispiel

Hier finden Sie außerdem eine grobe Übersicht der Gefahrgutklassen und einige zugehörige Gefahrzettel, die wir transportieren. Weitere Infos dazu erfahren Sie in unseren AGBs.

Gefahrzettel + Gefahrgutklassen Übersicht

Gefahrgutklasse 1: Explosive Stoffe und Gegenstände

Zur Gefahrgutklasse 1 gehören Stoffe und Gegenstände, die explodieren können. Eine Explosion kann durch Hitze, Stoß, Reibung, Druck oder eine chemische Reaktion ausgelöst werden.

Typische Beispiele sind:

  • Feuerwerk
  • Zündstoffe
  • Airbags
  • Munition
  • pyrotechnische Gegenstände

Für den Transport gelten hier besonders strenge Vorschriften, da eine Explosion Menschen, Fahrzeuge und Umgebung massiv gefährden kann.

Gefahrgutklasse 2: Gase

Gefahrgutklasse 2 umfasst Gase, die verdichtet, verflüssigt oder unter Druck gelöst transportiert werden. Gase können entzündbar, giftig oder erstickend wirken. Außerdem besteht bei Druckbehältern ein erhöhtes Risiko, wenn diese beschädigt oder stark erhitzt werden.

Typische Beispiele sind:

  • Sauerstoff
  • Butan
  • Propan
  • Aerosole
  • Kältemittel
  • Gasflaschen

Bei Gasen ist besonders wichtig, dass Druckbehälter sicher verschlossen, geprüft und korrekt gekennzeichnet sind.

Gefahrgutklasse 3: Entzündbare flüssige Stoffe

Zur Klasse 3 gehören Flüssigkeiten, die sich leicht entzünden können. Entscheidend ist hier unter anderem der Flammpunkt. Je niedriger der Flammpunkt, desto leichter können sich entzündbare Dämpfe bilden.

Typische Beispiele sind:

  • Benzin
  • Diesel
  • Farben
  • Lacke
  • Lösungsmittel
  • Klebstoffe
  • bestimmte Reinigungsmittel

Diese Klasse ist in der Praxis besonders relevant, weil viele gewerbliche Produkte entzündbare Flüssigkeiten enthalten. Beim Versand müssen Verpackung, Kennzeichnung und Begleitdokumente besonders sorgfältig geprüft werden.

Gefahrgutklasse 4: Entzündbare feste Stoffe

Klasse 4 umfasst feste Stoffe, die sich entzünden können oder unter bestimmten Bedingungen gefährliche Reaktionen auslösen. Sie ist in drei Unterklassen aufgeteilt.

Klasse 4.1: Entzündbare feste Stoffe

Diese Stoffe können durch Reibung, Hitze oder Funken entzündet werden.

Typische Beispiele sind:

  • Schwefel
  • bestimmte Metallpulver
  • leicht entzündliche Feststoffe

Klasse 4.2: Selbstentzündliche Stoffe

Diese Stoffe können sich ohne äußere Zündquelle selbst erhitzen und entzünden.

Typische Beispiele sind:

  • bestimmte Kohlearten
  • Phosphor
  • selbstentzündliche chemische Stoffe

Klasse 4.3: Stoffe, die mit Wasser entzündbare Gase bilden

Diese Stoffe reagieren gefährlich, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommen. Dabei können entzündbare Gase entstehen.

Typische Beispiele sind:

  • Calciumcarbid
  • Natrium
  • bestimmte Metallverbindungen

Gerade bei Klasse 4 ist es wichtig, die Ware vor Feuchtigkeit, Beschädigung und falscher Lagerung zu schützen.

Gefahrgutklasse 5: Entzündend wirkende Stoffe und organische Peroxide

Klasse 5 umfasst Stoffe, die Brände auslösen oder verstärken können. Sie ist in zwei Unterklassen aufgeteilt.

Klasse 5.1: Entzündend wirkende Stoffe

Diese Stoffe brennen nicht unbedingt selbst, können aber Sauerstoff freisetzen und dadurch Brände fördern oder verstärken.

Typische Beispiele sind:

  • Nitrate
  • Wasserstoffperoxid
  • bestimmte Düngemittel
  • oxidierende Chemikalien

Klasse 5.2: Organische Peroxide

Organische Peroxide können sehr reaktiv sein. Sie können sich bei Hitze zersetzen, brennen oder unter bestimmten Bedingungen explosionsartig reagieren.

Typische Beispiele sind:

  • bestimmte Härter
  • Peroxidverbindungen
  • reaktive Chemikalien

Beim Transport dieser Stoffe sind Temperatur, Verpackung und Trennung von anderen Waren besonders wichtig.

Gefahrgutklasse 6: Giftige und ansteckungsgefährliche Stoffe

Klasse 6 umfasst Stoffe, die Menschen oder Tiere vergiften oder infektiöse Krankheiten übertragen können.

Klasse 6.1: Giftige Stoffe

Giftige Stoffe können durch Einatmen, Verschlucken oder Hautkontakt schwere Gesundheitsschäden verursachen.

Typische Beispiele sind:

  • Pestizide
  • toxische Chemikalien
  • bestimmte Industriechemikalien

Klasse 6.2: Ansteckungsgefährliche Stoffe

Diese Stoffe können Krankheitserreger enthalten und dadurch Infektionen auslösen.

Typische Beispiele sind:

  • medizinische Proben
  • Laborproben
  • infektiöse Materialien

Bei Klasse 6 stehen Schutz vor Kontakt, sichere Verpackung und korrekte Dokumentation besonders im Fokus.

Gefahrgutklasse 7: Radioaktive Stoffe

Zur Klasse 7 gehören Stoffe, die ionisierende Strahlung abgeben. Diese Stoffe können Menschen und Umwelt gefährden, wenn sie nicht sicher abgeschirmt und kontrolliert transportiert werden.

Typische Beispiele sind:

  • medizinische Isotope
  • radioaktive Prüfmittel
  • industrielle Strahlenquellen

Der Transport radioaktiver Stoffe ist stark reguliert und erfordert besondere Fachkenntnis.

Gefahrgutklasse 8: Ätzende Stoffe

Ätzende Stoffe können Haut, Augen, Atemwege, Metalle oder andere Materialien beschädigen. Sie stellen sowohl für Menschen als auch für Fahrzeuge, Verpackungen und andere Waren ein Risiko dar.

Typische Beispiele sind:

  • Säuren
  • Laugen
  • Batterieflüssigkeit
  • bestimmte Reinigungs- und Industriechemikalien

Beim Transport müssen ätzende Stoffe so verpackt sein, dass sie nicht auslaufen und nicht mit unverträglichen Materialien reagieren können.

Gefahrgutklasse 9: Verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände

Klasse 9 umfasst gefährliche Stoffe und Gegenstände, die nicht eindeutig in die Klassen 1 bis 8 fallen, aber beim Transport trotzdem ein Risiko darstellen.

Typische Beispiele sind:

  • Lithiumbatterien
  • umweltgefährdende Stoffe
  • magnetisierte Materialien
  • erhitzte Stoffe
  • bestimmte Gefahrstoffe mit besonderen Transportrisiken

Besonders relevant sind Lithiumbatterien. Sie kommen in vielen Produkten vor, zum Beispiel in Elektrogeräten, Werkzeugen, E-Bikes oder Akkus. Beim Transport können sie durch Beschädigung, Kurzschluss oder unsachgemäße Verpackung ein Brandrisiko darstellen.

Wo finde ich die Gefahrgutklasse meiner Ware?

Die Gefahrgutklasse steht in der Regel im Sicherheitsdatenblatt des Produkts. Besonders wichtig ist dabei Abschnitt 14, denn dort finden sich die Angaben zum Transport.

Dort können unter anderem folgende Informationen stehen:

  • UN-Nummer
  • offizielle Benennung für die Beförderung
  • Gefahrgutklasse
  • Verpackungsgruppe
  • Umweltgefahren
  • Tunnelbeschränkungscode
  • besondere Vorschriften für den Transport

Wenn die Gefahrgutkennzeichnung oder einzelne Angaben fehlen oder unklar sind, sollten Sie den Hersteller, Lieferanten oder einen Gefahrgutbeauftragten kontaktieren. Eine falsche Einstufung kann dazu führen, dass eine Sendung nicht angenommen wird, sich verzögert oder nicht regelkonform transportiert wird.

Die UN-Nummer beim Gefahrgut

Die UN-Nummer ist eine vierstellige Zahl, der ein „UN“ vorangestellt ist. Sie wird auch Stoffnummer genannt. Ob ein Produkt, Stoff oder Gegenstand eine UN-Nummer hat, kann teilweise direkt vom Etikett auf der Verpackung abgelesen werden.
Jeder gefährliche Stoff oder Gegenstand hat eine einzigartige UN-Nummer. Dies liefert eine eindeutige Identifizierung des Stoffes oder Gegenstandes sowie wichtige Informationen über die potenziellen Gefahren, die von ihm ausgehen.

Beim Gefahrguttransport wird die UN-Nummer an mehreren Stellen verwendet. Auf den Verpackungen des Gefahrguts findet sich die UN-Nummer auf Gefahrgutetiketten und Plaketten. Am LKW sind orangefarbene Gefahrentafeln mit der UN-Nummer und der Gefahrnummer (Kemler-Nummer) angebracht, sowohl vorne als auch hinten am Fahrzeug.

Beispiel Gefahrentafel
Gefahrtafel Beispiel

Zusätzlich sind an den Seiten und auf der Rückseite des LKWs die Gefahrzettel mit dem entsprechenden Gefahrensymbol zu sehen. In den Begleitdokumenten, die den Transport begleiten, wird die UN-Nummer ebenfalls angegeben.

Beispiel Gefahrgutkennzeichnung am LKW
Gefahrgutkennzeichnung am LKW

Wer ist für die richtige Gefahrgutklasse verantwortlich?

Die Verantwortung für die korrekte Einstufung liegt in der Regel beim Versender beziehungsweise bei der Person oder dem Unternehmen, das die Ware für den Transport bereitstellt. Transportdienstleister können Angaben prüfen und bei der Abwicklung unterstützen, sie ersetzen jedoch nicht die fachliche Einstufung des Gefahrguts.

Versender sollten deshalb vor der Buchung prüfen, ob die UN-Nummer, die Gefahrgutklasse, die Verpackungsgruppe, die Menge und die Verpackungsart vollständig und korrekt vorliegen. Die wichtigste Grundlage dafür ist meist das aktuelle Sicherheitsdatenblatt des Produkts.

Unterschied zwischen Gefahrgutklasse, UN-Nummer und Gefahrzettel

Die Begriffe Gefahrgutklasse, UN-Nummer und Gefahrzettel werden häufig gemeinsam verwendet. Sie bedeuten in der Gefahrgutkennzeichnung aber nicht dasselbe.

Begriff Bedeutung
Gefahrgutklasse Beschreibt die Art der Gefahr, zum Beispiel entzündbar, giftig oder ätzend
UN-Nummer Identifiziert den konkreten gefährlichen Stoff oder Gegenstand
Gefahrzettel Sichtbare Kennzeichnung auf Verpackungen oder Transportbehältern
Verpackungsgruppe Gibt bei bestimmten Stoffen den Grad der Gefahr an
Gefahrentafel Orangefarbene Kennzeichnung am Fahrzeug oder Container

 

Ein Beispiel: Die Gefahrgutklasse zeigt, dass ein Stoff entzündbar ist. Die UN-Nummer sagt genauer, um welchen Stoff es sich handelt. Der Gefahrzettel macht die Gefahr auf dem Versandstück sichtbar.

 

Gefahrgutklasse und Verpackungsgruppe: Was ist der Unterschied?

Die Gefahrgutklasse beschreibt die Art der Gefahr, zum Beispiel entzündbar, giftig oder ätzend. Die Verpackungsgruppe gibt bei vielen Gefahrgütern zusätzlich an, wie hoch der Gefährlichkeitsgrad eines Stoffes ist. Dabei steht Verpackungsgruppe I für hohe Gefahr, Verpackungsgruppe II für mittlere Gefahr und Verpackungsgruppe III für geringe Gefahr.

Beide Angaben sind für den Versand wichtig: Die Gefahrgutklasse bestimmt die grundlegende Einstufung, während die Verpackungsgruppe unter anderem Einfluss auf Verpackung, Kennzeichnung und Transportbedingungen haben kann. Ob eine Verpackungsgruppe erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Stoff und der Einstufung im Sicherheitsdatenblatt ab.

Warum ist die richtige Gefahrgutklasse beim Versand wichtig?

Die richtige Gefahrgutklasse ist entscheidend für einen sicheren und regelkonformen Transport. Sie beeinflusst unter anderem:

  • welche Verpackung verwendet werden muss
  • welche Gefahrzettel erforderlich sind
  • welche Dokumente benötigt werden
  • ob eine Spedition die Ware transportieren darf
  • ob zusätzliche Einschränkungen gelten
  • wie die Ware gelagert und verladen werden muss
  • welche Sicherheitsmaßnahmen beim Transport erforderlich sind

Eine falsche oder fehlende Gefahrgutklassifizierung kann zu Verzögerungen, Zusatzkosten, Ablehnung der Sendung oder rechtlichen Konsequenzen führen. Außerdem kann sie Menschen, Fahrzeuge, Lagerflächen und andere Waren gefährden.

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Häufige Fehler bei Gefahrgutklassen

In der Praxis entstehen Probleme häufig dann, wenn Gefahrgut nur anhand der Produktbezeichnung eingeschätzt wird. Entscheidend ist jedoch nicht, wie ein Produkt im Alltag genannt wird, sondern welche transportrechtliche Einstufung im Sicherheitsdatenblatt angegeben ist.

Typische Fehler sind fehlende UN-Nummern, eine falsche Gefahrgutklasse, unvollständige Angaben zur Verpackungsgruppe, fehlende Gefahrzettel oder eine Verpackung, die nicht zur Einstufung passt. Auch Lithiumbatterien, Farben, Lacke, Reinigungsmittel oder Aerosole werden im Versandalltag schnell unterschätzt, obwohl sie je nach Produkt als Gefahrgut gelten können.

Wie viel Gefahrgut darf man lagern_Cargoboard

Was müssen Versender vor dem Gefahrguttransport prüfen?

Bevor Sie Gefahrgut versenden, sollten Sie die wichtigsten Angaben zur Ware bereithalten. Dazu gehören:

  • genaue Warenbezeichnung
  • UN-Nummer
  • Gefahrgutklasse
  • Verpackungsgruppe, falls vorhanden
  • Menge und Verpackungsart
  • Sicherheitsdatenblatt
  • erforderliche Kennzeichnungen
  • besondere Transporthinweise
  • Informationen zu möglichen Einschränkungen

Je vollständiger diese Angaben sind, desto einfacher kann geprüft werden, ob und wie der Transport durchgeführt werden kann.

 

Kann ich Gefahrgut mit Cargoboard versenden?

Ja, Gefahrguttransporte sind mit Cargoboard unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Wichtig ist, dass die Ware korrekt eingestuft, ordnungsgemäß verpackt und vollständig dokumentiert ist.

Für die Prüfung eines Gefahrguttransports sind vor allem Gefahrgutklasse, UN-Nummer, Verpackungsgruppe, Menge und Verpackungsart relevant. Diese Informationen helfen dabei, den passenden Transport zu organisieren und sicherzustellen, dass alle Anforderungen eingehalten werden.

Wenn Sie Gefahrgut versenden möchten, sollten Sie die Angaben aus dem Sicherheitsdatenblatt bereithalten und den Transport entsprechend vorbereiten.

FAQ: Häufige Fragen zu Gefahrgutklassen

Wie viele Gefahrgutklassen gibt es?

Es gibt 9 Gefahrgutklassen. Einige Klassen sind zusätzlich in Unterklassen unterteilt, zum Beispiel Klasse 4, Klasse 5 und Klasse 6.

Was ist Gefahrgutklasse 9?

Gefahrgutklasse 9 umfasst verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände, die nicht in die Klassen 1 bis 8 fallen. Dazu gehören zum Beispiel Lithiumbatterien, umweltgefährdende Stoffe oder magnetisierte Materialien.

Welche Gefahrgutklasse haben Lithiumbatterien?

Lithiumbatterien gehören in der Regel zur Gefahrgutklasse 9. Je nach Batterietyp, Leistung, Verpackung und Einbauzustand gelten unterschiedliche Anforderungen für den Transport.

Was ist der Unterschied zwischen Gefahrgutklasse und UN-Nummer?

Die Gefahrgutklasse beschreibt die Art der Gefahr. Die UN-Nummer identifiziert den konkreten gefährlichen Stoff oder Gegenstand. Beide Angaben sind für den Gefahrguttransport wichtig.

Wo steht die Gefahrgutklasse im Sicherheitsdatenblatt?

Die Gefahrgutklasse steht in der Regel in Abschnitt 14 des Sicherheitsdatenblatts. Dort finden Sie die transportrelevanten Angaben, zum Beispiel UN-Nummer, Benennung, Klasse und Verpackungsgruppe.

Welche Gefahrgutklasse haben Farben und Lacke?

Viele Farben, Lacke und Lösungsmittel können zur Gefahrgutklasse 3 gehören, wenn sie entzündbare flüssige Stoffe enthalten. Die genaue Einstufung hängt vom Produkt ab und sollte im Sicherheitsdatenblatt geprüft werden.

Welche Gefahrgutklasse haben Gase?

Gase gehören zur Gefahrgutklasse 2. Dazu zählen unter anderem Sauerstoff, Butan, Propan, Aerosole und bestimmte Kältemittel.

Was passiert bei falscher Gefahrgutklassifizierung?

Eine falsche Gefahrgutklassifizierung kann zu Verzögerungen, Annahmeverweigerung, Zusatzkosten oder rechtlichen Konsequenzen führen. Außerdem kann sie ein Sicherheitsrisiko für Menschen, Fahrzeuge und andere Waren darstellen.

Darf jedes Gefahrgut per Spedition versendet werden?

Nein. Ob Gefahrgut per Spedition versendet werden kann, hängt von der Art des Gefahrguts, der Menge, Verpackung, Kennzeichnung, Dokumentation und den jeweiligen Transportbedingungen ab.

Was bedeutet ADR bei Gefahrgutklassen?

ADR steht für das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Es regelt unter anderem die Einstufung, Verpackung, Kennzeichnung und Dokumentation von Gefahrgut im Straßentransport.